12. Deutsche Klimatagung
Hamburg | 15.–18. März 2021

Themenfelder

Das Spektrum der Themen der 12. DKT ist interdisziplinär gefächert und in fünf Themenfelder aufgeteilt. Ergänzend findet ein Workshop der jungen DMG für Studierende und junge WissenschaftlerInnen statt.

Vorhersage und Projektion

Leitung: Johanna Baehr, Martin Claußen

Über wie viele Monate oder Jahre kann das Klima vorhergesagt werden ohne dass die Unsicherheit der Vorhersage so stark zunimmt, dass diese unzuverlässig wird? Aus welchen Prozessen und Komponenten des Klimasystems stammt Vorhersagbarkeit? Über die Grenzen der Vorhersagbarkeit hinaus lassen sich nur noch bedingte Vorhersagen, so genannte Klimaszenarien, entwickeln. Diese Szenarien beruhen auf verschiedenen Annahmen. Welche dieser Szenarien sind möglich und welche sind plausibel? Dieses weite Fragenspektrum wird in der Sitzung „Vorhersage und Projektion“ behandelt. Dabei sind nicht nur klimaphysikalische Vorträge und Poster willkommen, sondern auch solche, welche sozioökonomische und politische Aspekte thematisieren.

Klimaschutz und Anpassung

Leitung: Heinke Schlünzen, Grischa Perino

Klimaschutz und Klimaanpassung hängen eng zusammen: Emissionspfade bestimmen Anpassungsbedarfe und Anpassungsmaßnahmen verändern den Nutzen von Vermeidungsbemühungen. Auf Ebene konkreter Projekte kann es zu „win-win“-Situationen oder Zielkonflikten kommen. Diese Session diskutiert Verknüpfungen beider Bereiche aus wissenschaftlicher Perspektive und planerischer Sicht: Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Anpassung und Vermeidung? Welche Anpassungsmaßnahmen dienen gleichzeitig dem Klimaschutz? Was sind Effekte von „Nature Based Solutions“? Wie werden Anpassung und Vermeidung in Klimapläne integriert? Alle Fachgebiete sind eingeladen ihre Forschungsergebnisse oder planerischen Ideen zu präsentieren.

Energiewende

Leitung: Jürgen Böhner, Birger Tinz

Erneuerbare Energien sind Schlüsseltechnologien, um ambitionierte Klimaschutzziele zu erreichen. Den Vorteilen einer nahezu emissionsfreien Energiegewinnung stehen allerdings die Probleme eines relativ hohen Landschaftsverbrauchs gegenüber. Um die zunehmend knappe Ressource „Raum“ für die Produktion volkswirtschaftlich relevanter Anteile am Gesamtenergiebedarf optimal zu nutzen, müssen Konzepte entwickelt werden, die Zielkonflikte mit konkurrierenden Nutzungsarten sowie potentiell negative Umweltwirkungen minimieren. Vor diesem Hintergrund sollen in dieser Session aktuelle technologische Entwicklungen zu Erneuerbarer Energien, deren Vor- und Nachteile sowie wissenschaftliche Methoden und politische Instrumente für eine nachhaltige Energietransformation diskutiert werden.

Klimakommunikation

Leitung: Katharina Kleinen-von Königslöw

Das Thema Klimawandel ist in aller Munde, dennoch bleiben die Reaktionen in Politik, Wirtschaft und Bevölkerung weit hinter dem zurück, was die Klimaforschung fordert. In dieser Session wollen wir diskutieren, wie derzeit über Klimawandel und über den Beitrag verschiedener Akteure zum besseren Klimaschutz in unterschiedlichen Arenen kommuniziert wird, also in Parteien und Unternehmen, in den Medien, in sozialen Netzwerken und im privaten Umfeld. Mit welcher Form der Klimakommunikation lassen sich z. B. umfassendere Klimaschutzmaßnahmen erreichen? Aber wo liegen die ethischen Grenzen einer „manipulativen“ Klimakommunikation? Eingeladen sind Beiträge aus sozial-, geistes- und naturwissenschaftlicher Perspektive oder anwendungsbezogene Beiträge aus der Praxis der Klimakommunikation.

Innovation und Mitigation

Leitung: Hans von Storch

Wenn das Pariser Ziel einer Beschränkung der Erwärmung auf 1.5 Grad, höchstens aber 2 Grad erreicht werden soll, dann müssen die weltweiten Emissionen von Treibhausgasen bis 2050 auf null gehen und dann durch negative Emissionen ersetzt werden, so das IPCC. Allein durch Goodwill und Konsumverzicht wird dies kaum gelingen; die Erfolgschancen werden wesentlich verbessert, wenn wirtschaftlich attraktive und klimaneutrale Technologien verfügbar werden. Im Programm sind eingeladene Vorträge aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu dieser Perspektive vorgesehen. Daneben werden einschlägige Poster von Tagungsteilnehmern erbeten.

Workshop junge DMG

Leitung: Peter Hoffmann, Carola Detring

Die junge DMG (jDMG) möchte jungen KlimawissenschaftlerInnen die Gelegenheit bieten, nützliche Tools für das wissenschaftliche Arbeiten (z. B. Datenverarbeitung, Visualisierung usw.) sowie die Ergebnisse ihrer Bachelor- und Masterarbeiten vorzustellen.